Wer ist „Betreiber"?
Jedes Unternehmen, das KI im operativen Betrieb nutzt – auch wenn die KI von einem externen Anbieter (OpenAI, Microsoft, Google) bereitgestellt wird.
KI · EU AI Act
Art. 4 KI-Kompetenzpflicht gilt seit dem 02.02.2025 – ohne Übergangsfrist. Wir übersetzen die Verordnung in eine konkrete Checkliste und setzen die Schulung in 2–4 Wochen um.
Kurz & direkt
| Datum | Was gilt |
|---|---|
| 01.08.2024 | Verordnung in Kraft getreten – die Übergangsfristen für die einzelnen Pflichten beginnen zu laufen. |
| 02.02.2025 | Art. 4 KI-Kompetenzpflicht – alle Mitarbeitenden, die KI nutzen, müssen geschult sein. Bereits in Kraft. |
| 02.02.2025 | Verbote für bestimmte KI-Anwendungen (Social Scoring, biometrische Echtzeit-Identifikation in öffentlichen Räumen, manipulative Systeme). Bereits in Kraft. |
| 02.08.2025 | Regeln für GPAI (General-Purpose AI) – Anbieter generischer KI-Modelle (z. B. OpenAI, Anthropic) bekommen Transparenz- und Dokumentationspflichten. |
| 02.08.2026 | Hochrisiko-KI-Systeme müssen vollständig konform sein – z. B. in Personalauswahl, Kreditbewertung, Bildung. |
| 02.08.2027 | Letzte Übergangsfrist endet – vollständige Anwendbarkeit aller Bestimmungen. |
Für die meisten KMU, Verbände und Kommunen ist die wichtigste Pflicht jetzt: Art. 4 – KI-Kompetenz. Diese gilt seit dem 02.02.2025 ohne Übergangsfrist.
Unternehmen, die z1Digital vertrauen
Art. 4
Wortlaut der Verordnung (sinngemäß): Anbieter und Betreiber von KI-Systemen müssen Maßnahmen ergreifen, um nach besten Kräften ein ausreichendes Niveau an KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden und anderer Personen sicherzustellen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung der KI-Systeme befasst sind.
Was das praktisch heißt:
Jedes Unternehmen, das KI im operativen Betrieb nutzt – auch wenn die KI von einem externen Anbieter (OpenAI, Microsoft, Google) bereitgestellt wird.
Jede Person, die KI im Auftrag des Unternehmens nutzt – egal ob ChatGPT für E-Mails, Copilot für Textgenerierung oder DeepSeek für Recherche.
Verständnis der Funktionsweise, der Grenzen, der Risiken und der rechtlichen Rahmenbedingungen – angemessen zum Einsatzkontext.
Mit dokumentierten Schulungen, Teilnahmebescheinigungen und Verfahrens-Dokumentation.
Die Verordnung schreibt keine konkrete Schulungsdauer vor. Die Praxis hat sich auf 2–4 Stunden Präsenz-Schulung als angemessenes Minimum eingependelt – entsprechend den Handlungsleitlinien des Beratungszentrums für Künstliche Intelligenz (BeKI) am Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung.
z1Digital arbeitet exakt nach diesen Leitlinien. Mehr unter KI-Grundschulung für Unternehmen – 240 €/TN und für Verbände – 195 €/TN.
Sind Ihre Mitarbeitenden schon Art.-4-konform geschult? Im kostenlosen 30-Minuten-Erstgespräch prüfen wir Ihren Status und klären die Schulungspflicht.
KI-Schulung anfragenBetroffene
Drei Fallgruppen, die im Mittelstand fast immer greifen:
Wenn auch nur ein Mitarbeiter eines Ihrer Tools (Microsoft 365 mit Copilot, ChatGPT-Pro, Google Workspace mit Gemini) einsetzt – und das tut in der Praxis fast jeder – sind Sie Betreiber im Sinne der Verordnung. Die Schulungspflicht greift.
Wenn das Tool KI-Funktionen anbietet, sind die nutzenden Mitarbeiter schulungspflichtig.
Beispiel: Sie führen CompanyGPT ein oder bauen einen KI-Chatbot für Ihre Website. Dann sind Sie sowohl Betreiber als auch (eingeschränkt) Anbieter – mit erweiterten Pflichten.
Risikoklassen
Die Verordnung unterscheidet vier Risikoklassen plus Sonderregeln für generelle KI:
Bestimmte KI-Anwendungen sind komplett verboten. Für KMU praktisch irrelevant – die meisten betreffen Behörden oder Massendaten-Verarbeitung:
Hochrisiko-Anwendungen brauchen ab 02.08.2026 eine vollständige Konformitäts-Bewertung. Für KMU relevant:
Wer solche Anwendungen einsetzt, braucht Risiko-Management, Qualitätssicherung, technische Dokumentation, Transparenz und Aufsicht durch Menschen.
Hier fallen die meisten KMU-Anwendungen rein:
KI-Spam-Filter, KI-Suchfunktionen, KI-Vorschläge in normaler Bürosoftware – minimales Risiko, keine besonderen Pflichten (außer Art. 4 Schulungspflicht).
Anbieter generischer KI-Modelle (OpenAI mit GPT-4, Anthropic mit Claude, Google mit Gemini) bekommen ab 02.08.2025 erweiterte Pflichten – Transparenz über Trainingsdaten, Energieverbrauch, systemische Risiken. Als KMU-Betreiber sind Sie nicht direkt betroffen, können aber von Ihren Anbietern Auskunft verlangen.
Bußgelder
Die Bußgeld-Höhe hängt vom Verstoß ab – der höhere von Festbetrag oder Prozentsatz des weltweiten Jahresumsatzes greift:
| Verstoß | Bußgeld bis zu |
|---|---|
| verbotene KI-Anwendung | 35 Mio. € oder 7 % des Jahresumsatzes |
| Verstoß gegen Anbieter-Pflichten (Hochrisiko-KI) | 15 Mio. € oder 3 % des Jahresumsatzes |
| Verstoß gegen Schulungspflicht (Art. 4) | 15 Mio. € oder 3 % des Jahresumsatzes |
| falsche/unvollständige Auskunft an Behörden | 7,5 Mio. € oder 1 % des Jahresumsatzes |
Bei KMU sind die Bußgelder niedriger gedeckelt – Faustregel: das Geringere von Festbetrag und 1–3 % vom KMU-Jahresumsatz.
Aber: Auch wenn die nominalen Höchstwerte selten erreicht werden, ist der Reputations-Schaden bei einem Bußgeld-Verfahren erheblich. Ein KMU mit einem aktiven Verfahren wegen KI-Verstößen verliert Kunden-Vertrauen, Versicherungs-Konditionen und Recruiting-Attraktivität.
Quelle: EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) · z1Digital, 2026
Umsetzung
Drei zusammenhängende Bausteine – vom Compliance-Check über die Art.-4-Grundschulung bis zur jährlichen Auffrischung:
Wir prüfen mit Ihnen: Welche KI-Anwendungen nutzen Sie heute? Welche Risikoklasse trifft zu? Wer in Ihrer Organisation ist schulungspflichtig? Welche Dokumentation müssen Sie führen? Kosten: 1.800–2.400 € netto. Mit BAFA-Förderung in Thüringen: Eigenanteil ab 360 € netto.
Die Art.-4-konforme Schulung: 2–4 Stunden Präsenz vor Ort, max. 15 Teilnehmende pro Durchgang, konzipiert nach BeKI-Handlungsleitlinien, mit personalisierter, auditfester Teilnahmebescheinigung. Kosten: 240 €/TN für Unternehmen, 195 €/TN für Verbände. Mit ESF Plus typisch 30–50 % förderbar.
Anwender-Schulungen für spezifische Tools (Microsoft Copilot, CompanyGPT), modulare Vertiefung für neue Mitarbeitende oder Abteilungen sowie eine jährliche Auffrischung über eLearning mit Zertifikat – gemeinsam mit Join entwickelt.
Mehr zu den Schulungs-Formaten: KI-Grundschulung für Unternehmen · für Verbände · Anwender-Schulung · jährliche Auffrischung.
Kostenloses Tool: Beantworten Sie drei Fragen und sehen Sie sofort, welche Pflichten der EU AI Act Ihrem Unternehmen auferlegt.
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